News aus Bern: Yes, we can?

Topaktueller Text zu einer Berner Frage der heutigen Zeit.

28 Kubikmeter Büchsen, extra von Holland nach Bern geschafft und in der Dampfzentrale zu einem Müllstrand ausgebreitet – das Bühnenbild von Freetown kann was, zweifellos. Dazu ein paar Plastikstühle in der Mitte und drei mittelalterliche Schauspielerinnen in verunglückt aufreizenden Kostümen: Damit ist das Material zusammen, mit dem der Holländer Rob de Graaf zur Aua-Eröffnung ein böses (aber reichlich eintöniges) Spiel über Ferienkolonialismus und Genderzynismus treibt.

Irgendwie irritiert im Nachhinein vor allem das mit den Dosen, dieses logistische Kunststück, einen keimfreien Müllteppich in Theatersäle rund um die Welt zu schaffen. Sei gar nicht so einfach, so viele schön saubere Dosen aufzutreiben, liess man sich nach dem Stück erklären, eine grosse Charge sei von einem Sammler gekommen, der seine Doubletten loswerden konnte und dann doch nicht ganz glücklich war, dass im Theater darauf rumgetrampelt wird. Denn gehen könne man auf dem Alustrand auch eher mühsam, das rolle und rutsche doch arg, und darum pflügen sich die Protagonistinnen jeweils einen Höllenlärm verursachend kniefief durch den Strand. Und das Stück? Fand ich einen besseren schlechteren Seidl; besser weil zumindest noch irgendwo hin getrieben, zu einer Wendung, einer Pointe, schlechter weil mit viel weniger hartem Strich gezeichnet.

Hier geht es zum Original:
«KulturStattBern»

Dem Autor ist es gelungen den Text kurz und doch umfassend zu verfassen.

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